zurück zum Eingang
die Herauforderung; aktuelle Position; Planung
aktuelle Reiseberichte und Berichte früherer Touren und Wettkämpfe
Ausrüstung; Freunde und Partner
Stimmen aus der Presse
Wie es uns geht; was der Arzt sagt
Persönliches
Schreiben Sie uns!
unsere Hompepage im Überblick
zurück zur 128ontour-Homepage Schreiben Sie uns! zu Favoriten hinzufügen




Bericht 15: „Dritter Kurzbericht“ – Seite 1/1


Wir sind begeistert von Vietnam. Nach 700 aufregenden Kilometern sind wir gestern in Hue angekommen. Heute ist unser erster rastloser Nichtradltag. Wir fahren hier in ständiger Hochspannung, um uns Menschen, Menschen auf Rädern, Motorbikes, darauf oft zwei und drei Menschen, Büffel und Rinder auf der Straße, machmal einfach so, ohne Aufsicht. Wir fuhren durch viele Dörfer und Städte mit turbulentem urbanen Leben. Die Menschen lassen sich von den Lastern und Bussen, die sich mit infernalischem Hupen den Weg freischießen wollen, nicht sonderlich beeindrucken. Wir müssen oft ausweichen und alle Radler oder was sich sonst noch langsam vor uns bewegt, überholen. Wir passierten hunderte Schüler auf Rädern, die in dichten Kolonnen heimstreben und oft übermütige Kapriolen auf ihren Rädern machen. Unfälle haben wir gesehen, einen Sarg auf der Strasse, Krankentransport auf dem Motorbike, ein fast bewusstloser wurde von hinten gehalten. Jutta hat ihm Homeopathie in den Mund geschoben. Fast hätte Jutta als Hebamme bei einer Notgeburt geholfen. Suppenküchen am Straßenrand. Vier Platte in zwei Stunden, zweimal haben uns Einheimische geflickt, das tückische Corpus Delicti haben wir schließlich selbst entdeckt. Im engen Baustellenbereich ist mir zweimal eine Radtasche weggeflogen und ich konnte sie gerade noch vor anrollenden riesigen Truckreifen retten. Wir bereiten uns auf die Bergetappen vor, Unterkünfte und Essen sind sehr gut.
     Es gibt auch besinnliche Phasen, plötzlich wenig dicke Brummer, unsere Räder schnurren, ein Schnitt von 21–25, bei wohlmeinendem Wind, Radlergenuss auf glattem Asphalt. Hunderte Feldarbieter in den Sümpfen zum Reisanbau, Bananen und Palmen am Straßenrand, auffallend viel neue Häuser mit Erkern und Türmchen aber auch viele alte Buden. Ausblicke von den Flussbrücken auf träges, gelbes Wasser, trichterförmig aufgespannte, riesige Netze, Transport und Fischerkähe wie zu alten Zeiten. Einen Pass haben wir auch bezwungen, ganz oben haben wir einem Buben zuckersüße Bananen abgekauft. Die rollenden Meereswogen haben wir nur kurz gesehen. Der 5. Radtag mit 150 km war der schönste, erlebnisreichste; aufregend interessant. Die vielen munteren Zurufe, die lachenden Gesichter haben uns angespornt, zeitweise Gänsehautgefühle bei uns beiden, eigentlich schon abgebrühten Weltradlern, Hello, Hello von allen Seiten, 1000 mal;.
     Geschlafen haben wir meist in Privathotels, das sind Neubauten mit gutem Standard. Mit offenen Armen werden wir von den Familien empfangen. Die Temperaturen sind angenehm hier weiter unten und das Essen ist gut, viel Nudelsuppe, Gemüse und Obst.
     Von uns beiden gibt es nichts dramatisches zu berichten. Wir lieben uns immer noch, sind sportlich optimal gut drauf, mal ist Jutta vorn, mal ich. Kein Streit trübt unsere gute Stimmung. Wir sollten nur noch mehr Zeit haben. Die Tage sind so kurz. Meine Gehbeschwerden sind auch reduziert.
     Nun haben wir die Bergregieon vor uns, da gibt es nur kleine Dörfer. Hoffentlich blocken uns nicht technische Probleme. Haltet uns die Daumen. Herzlichst Jutta Gerhard

Seite 1
zurück zur Übersicht