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Bericht 17: „Fünfter Kurzbericht“ – Seite 1/1


Wir haben die nördliche Umfahrung von Saigon gefunden. Von Thai Ninh haben wir den Ritt hinüber ins Königreich Kambodscha gewagt. Zunächst noch im anschwellenden Verkehr nach Süden. Zur abzweigenden Durchgangsstraße nach PnomPhen mussten wir uns wieder durchfragen. Es gab keinerlei Verkehrshinweise hinüber zum Nachbarstaat. An der Grenze war eigentlich die Welt zu Ende und es sah so aus, als ob die radikalen Roten Kmer erst gestern abezogen wären. Kaum zu glauben – von der Straße, die von Saigon nach Pnom Pen in nur 280 km führt, waren nur Relikte vorhanden. Überschwemmungen hatten die Straße weitgehend zerstört. Einziger Trost, dass nur wenig Fahrzeuge unterwegs waren, doch die waren wegen ihrer nachziehenden Staubfahnen besonders lästig. Kambodscha ist von Vietnam abgeschottet.
     Nach zwei harten Bike-Tagen mit 220 km haben wir gestern Pnom Pen erreicht und tauchten wieder ein in die hektische Geschäftigkeit und das uns von Vietnam schon „vertraute“ Verkehrschaos. Neu war für uns, dass Gegenfahrzeuge nicht nur am Straßenrand sondern mitten auf der Fahrbahn entgegenkamen. Auch hier viele Motorbikes, allerdings ältere Muster und wir werden auch hier haufig zum Mitfahren eingeladen. Dazwischen lagen Welten. Noch ärmer sind die Leute in diesem Land. Transportmittel sind überladene Kleinbusse und Motorbikes, die auf ihren Anhängern dicht gedrängt sitzende Leute transportieren. Mehr als 30 habe ich auf einem gezählt, schon bei der kleinsten Steigung mussten die Fahrgäste absteigen.
     Sie sehen ganz anders aus als sie Menschen drüben, kaffeebraun sind sie, haben sehr dunkle Augen, keine Schlitzaugen. Kleine Kinder laufen nackt herum. Sie wateten in der braunen Brühe der Tümpel und Teiche und fischten nach Kröten. Wir hatten den stechenden Geruch von Wasserbüffeln in der Nase und teiten streckenweise die Straße mit diesen behäbigen Tieren, die zuvor bis zum Kopf im Sumpf gesuhlt hatten. Wir quälten uns durch Löcher, durch Sand und über Schotter und nassem Lehm – ein Wunder, dass unsere Reifen da mitmachten. Einige Male ist mir das Hinterrad abgeschmiert. Ich musste akrobatich reagieren. Und immer wieder der besorgte Blick nach hinten zu meiner Jutta. Die schimpfte zwar lauthals über die schlechte Straße, nahm mich aber von ihrem Ärger aus. Sie hat sich wieder einmal zäh behauptet. Immer wenn ich Sie nach einem harten Tag lobe, gibt Sie das Kompliment an mich zurück. Völlig überrascht wurden wir auf diesem strapaziösen Abschnitt, wo uns auch die Hitze viel Kraf t nahm, von den „Hello“-Rufen der Kinder.
     Wie die Signale von Buschtrommeln setzten sich die „Hello“-Rufe fort, von beiden Seiten, von weit hinter den Banannstauden und von uns nicht einsehbarem Buschwerk. Sie kamen schon zur Straße gerannt, bevor wir ankamen. Wir waren mit den Anforderungen des Untergrunds so stark beschäftigt, dass wir die Rufe nicht ständig erwidern konnten. Den breiten behäbigen gelben Mekong querten wir auf einer Fähre, eingekeilt zwischen Fahrrädern als Lastenträger für quietschende Ferkel, hundert lebende Hühner oder einen Meter hoch mit Bananden bepackt. Und da waren ja auch noch die Motorfahrzeuge, die alle zur anderen Seite hinüber wollten. Kurz vorher hatten wir noch einen Platten. Wir schafften es unter den Augen von vielen Zuschauern. Mönche auf einem Motorbike haben uns zum Besuch Ihres Klosters eingeladen. Wir haben es nicht gefunden. Beeindruckend war wieder die Freude der einfachen Leute, wenn wir zum Essen und Trinkstops anhielten oder um uns einfach ein wenig abzukühlen, unter einem schlichten Wellblech oder Strohdach. Die Frauen und Kinder waren immer richtig enttäuscht, wenn wir uns wieder aufs Rad schwangen und sie gaben uns Ihre Wünsche und Ihren Segen mit auf den Weg. Nach der Querung des Mekong wurden wir wieder versöhnt mit einer leidlich guten Straße und konnten zeitweise Schatten unter den näher heranreichenden, üppig wuchernden tropischen Bäumen finden. Wir legten hier zwei Ruhetage ein und hatten ein Reperaturproblem mit dem Seilzug der Schaltung zu lösen. Ich konnte den ganzen Tag nur mit einem Gang fahren. Der Hausmeister der Botschaft will uns helfen. Hofftlich gelingt es.
     Wir erfreuen uns nach wir vor guter Gesundheit und nach wir vor haben wir keinen Streit miteinander. Ich bekomme halt ab und zu eine Mahnung, wenn ich meine Kleidung mehr beschmutze als sie, denn sie denkt daran, wie sie das wieder sauber kriegt.
     Wir grüßen alle die uns mögen, zuhause in old Germany, und in vielen Ländern, von wo uns Grüße über Internet ereichen Jutta und Gerhard

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