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Bericht 18:
„Von Kambodscha über Wasser, Sand und Steine hinüber nach Thailand.“ – Seite 2/2


     Noch ein weiterer Tag auf schlechter Straße. Vor der Grenze wurde es nochmal ganz arg, es wäre zum Verzweifeln gewesen, wenn es nicht nur 15 Kilometer gewesen wären. Als Einzige wechselten wir hinüber über die gesperrte Grenze. Die Thais waren völlig unkompliziert. Wir schwenkten zum Linksverkehr. Linksfahren – immer wieder einprägen, das ist wichtig für die ersten Tage. Eine breite vierspurige Straße nahm uns auf, wir hatten einen komfortablen Randstreifen zur Verfügung. Ein echter Radlergenuss erwartete uns auf glattem Asphalt,  da konnten die Räder richtig schnurren. Ernüchternd allerdings die breite Straßenführung, die Umfahrung der Orte, wie bei uns im Westen und es donnerten die schnellen Autos vorbei.
     Die Landschaft war eher eintönig, auch hier trockene Felder dazwischen Mais und Zuckerrohr sowie hohe Palmen mit reigenden Früchten. Marschverpflegung waren hier gekochte Maiskolben, die am Straßenrand feilgeboten wurden – das war aber alles. Da lud die Straße nicht zum Anhalten ein – eine Strecke zum Kilometerfressen. Wir hatten Wind von der Seite und später von hinten. Jauchzend rief ich meiner Frau zu „Wir radeln um die Welt.” Ihre Antwort: „Wie alt bis du eigentlich?” Der Tacho pendelte bei 25, später bei 30. Und dann mussten wir noch durchs Feuer.
     Vor uns legte sich Rauch über die Straße, die Autos schalteten auf Warnlicht. Der Qualm kam von links – von unserem linken Randstreifen, dem wir nicht ausweichen konnten. Ungebremst fuhren wir durch die Rauchschwaden und waren für Sekunden in der Feuerhitze. Der Wind trieb mir eine Flamme ans Bein, es brannte. Schnell waren wir durch, eine Brandblase habe ich zur Erinnerung. Aber gezittert haben wir beide im Nachhinein schon ein wenig. Mit nur kurzen Stopps brachten wir 136 Kilometer in etwa sechs Stunden hinter uns. Bei einem Puls von 90–100. An diesem Tag hätte es noch weiter gehen können, so früh waren wir dran.
     Wir waren 50 Kilometer östlich von Bangkok angekommen und wollten von hier aus den Verkehrsmoloch Bangkok mit dem Bus oder der Bahn überlisten. Um sieben Uhr am nächsten Tag stiegen wir in den Vorortszug, der uns nicht nur durch die Vorstädte und die City, sondern auch 150 Kilometer nach Süden bis Hua Hin brachte. Auch das war eine Genussreise, wir saßen im Zug neben unseren Rädern. Wieder hatten uns einige Leute geholfen. Es war sehr kurzweilig; die vielen ein- und aussteigenden Menschen und die vorbeiziehenden Häuser, Gärten, Bäume, Blumen, Industieanlagen und die verstopften Straßen, über die wir uns nicht quälen mussten. Jutta strich mir einige Male liebevoll über meinen blanken Schädel und sagte wohlwollend „Mit dir kann man was erleben”. Eine Sitzbank neben uns war für Mönche reserviert. Einige waren eingestiegen, sie nahmen wenig Notiz voneinander. Bei einem klingelte das Handy, das er dann von irgendwoher aus seinem rostroten Umhang holte.
     Wir hatten schon erfahren, dass es in Hua Hin viele Touristen gibt. Doch dann empfanden wir es beide als Kulturschock als wir uns auf den Weg in dei Stadt machten. Bettenburgen, die hohen Türme der First-Class-Hotels, dazwischen viele kleine und größere Herbergen aller Kategorien, Einkaufsstraßen für die touristischen Bedürfnisse, Andenkenshops und Willis Biergarten um die Ecke. Auf den Straßen haufenweise langsam schleichende, gelangweilt schauende westliche Frührentner.
     Viele leben hier für Monate – es ist warm und billig hier. Sie haben kein Auge füreinander, mit einem seltsamen Blick ins Leere. Einige haben wir angesprochen in unserem „Guesthouse“. Die entpuppten sich dann als freundliche Zeitgenossen. Wir sind echt glücklich miteinander. Wir genießen für zwei Tage den besseren Komfort, und ich muss hier keine Kakerlaken jagen. Morgen wollen wir in die nähere Umgebung ausschwärmen. Gestern noch sagte meine Frau „Die Straße ruft”. Bis Singapore sind es noch gute 1.500 km.

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