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Bericht 31:
GLÜHEND HEISSES MAROCCO

"Casablanca: Schau mir in die Augen Kleines" rief meine Jutta aus, als wir einschwebten am frühen Morgen; das Häusermeer vor Augen: Sie hatte eine lebhafte Erinnerung an den legendären Film mit Humphrey Borgart. Es war ein geradezu komfortabler Direktflug mit der Royal Maroc, unser allerletzter Luftsprung; der uns herüberbrachte von Montreal in eine wiederum ganz andere Welt und wir waren erneut voller gespannter Neugier. Es war nur eine leichte Nervosität; eigentlich mehr Gelassenheit erfahrener Weltenbummler; das Warten auf unser Gepäck. Die Räder kamen in großen Abständen über das Gepäckband, zwischen den riesigen Koffern der mitgereisten Marokkanern, da mussten wir ganz schnell zugreifen: Na also, das war doch gar nicht aufregend" rief ich meiner Frau zu; als unsere Räder auch den Bustransfer unbeschadet überstanden hatten und wir erkannt hatten; dass wir am Rand der Altstadt angekommen waren. "Schau mir in die Augen Kleines, wir sind in Afrika" Wir durften aber nicht ins Traumen geraten. Da war niemand der auf uns wartete, dem wir uns anvertrauen konnten und wir wollten auch nicht eine, Betrüger auf den Leim gehen, die an solchen Plätzen Ausschau halten nach unerfahrenen Opfern: Und wir hatten eine Sprachbarriere zu überwinden; denn hier wird französisch gesprochen und da können wir gar nicht mithalten. Warum habe ich auch auf das Wörterbuch verzichtet; Wir mussten aber nicht in Panik geraten. Diese Großstadt; die ja nur eine Durchgangsstation nach Marrakesh sein sollte war überraschend freundlich und einladend. Und wie so oft auf unserer Reise trafen wir auf ehrliche und hilfsbereite Menschen. So hatten wir bald alle nötigen Auskünfte zusammen, landeten in einem ordentlichen Mittelklassehotel, stemmten unsere Räder steile Steintreppen hoch und ich zählte die eingetauschten Dirham, unsere 23. Währung, dann legten wir uns zwei Stunden nieder bevor wir aufbrachen; die Umgebung zu erkunden.

Wir ließen uns einfangen und voll in Anspruch nehmen vom urbanen Treiben der arabischen Welt. Da waren sie wieder; die kleinen Läden; die unzähligen Straßenverkäufer; die alles Erdenkliche anbieten Die Straßenküchen und Gewürzstände schickten ihre Duftmischungen herüber. Gerüche wecken Erinnerungen an die zurückliegenden Monate in Asien, wir fühlten uns wie zuhause. Mehr noch wurde uns dieses Gefühl vermittelt durch die offene spontane Freundlichkeit; die heitere Gelassenheit, was wir in Australien und Amerika so oft vermisst hatten. Auch die Sprachbarriere war nicht unüberwindlich. Die Marokkaner sind Sprachtalente, das sollten wir in den nächsten Wochen noch oft erfahren: Der Zuruf "Alles klar" war noch der einfachste Sympathieausdruck: Später weit drüben in den Bergen erzählte uns ein Berber; er lerne Deutsch im Eigenunterricht wegen der Ähnlichkeit mit der Berbersprache, und nannte uns einige Beispiele der Aussprache. Sehr oft wurden wir angesprochen auf Englisch und deutsch "Welcome to Marokko mit Händedruck. Oft haben wir das erfahren wie im Iran: Wer kommt auf die Idee bei uns, einen Ausländer mit "Willkommen in Deutschland" zu begrüßen, sagte Jutta; als wir uns über die Gastfreundschaft der Marokkaner unterhielten. Wir schlenderten durch den Souk, die Altstadt und wollten so viel wie möglich mitnehmen an Eindrücken: Marrakesh ist noch viel interessanter war uns gesagt worden und das war auch unsere Erwartung. Jeder Tag bringt neue Überraschungen, gottlob meist gute. Ein klimatisierten Bus nahm uns auf, wir hatten reservierte Sitzplätze; unsere Räder wurden sehr sorgsam verstaut und das ganz war auch sehr billig. Mit dem Radlerblick schauten wir aus dem Fenster; wie könnten wir da fahren, gibt es einen Randstreifen. Nach den grünen Wochen in Nordamerika und Kanada hatten wir wieder die braune Grundfarbe der trockenen Felder um uns. Die flachen Lehmhäuser im gleichen Braun und Gelbton, diese Farben werden auch in den nächsten Wochen vorherrschen um so eindruckvoller dann die überraschend auftauchenden grünen Oasen: Wir hatten die imposante acht Meter hohe Lehmmauer und eines der großen Tore zur Altstadt vor Augen, als wir ausgeladen wurden in Marrakesh. "Das passt ja wieder" entfuhr es mir " und heiß ist es auch. Doch das durfte uns nicht überraschen. Ein selbsternannter Fremdenführer wollte uns in ein angesehenes und überteuertes Hotel lotsen. Nicht mit uns hier musst du selbst suchen, sonst wird es teurer: Das sind eben die Gepflogenheiten an touristisch attraktiven Plätzen.

Wir wurden in Altstadtnahe fündig ein komfortables Zimmer mit Klimaanlage für 35 Euro. Noch wussten wir nicht; dass es die einzige gekühlte Unterkunft für Wochen sein würde. Der erste Bummel in der Mittagshitze sollte ein erster Test sein. Das war ja noch erträglich, waren wir doch hitzeerprobt, braungebrannt von den Sonnen Südostasiens und Australien. Wir labten uns an frischen Früchten aus einem üppigen Angebot, das Beste waren die Zuckermelonen. Die marokkanischen Gerichte mit Couscus und Brouchette schmeckten uns auch. Am Abend wird es erst richtig interessant im Souk. Jutta zögerte noch. Am nähcsten Tag haben wir uns eine Pferdekutsche geleistet Der Kutscher war glücklich, als wir einstiegen: Wie in allen islamischen Ländern ist auch in Marokko der Tourismus stark zurückgegangen. Die Deutschen fliegen in die Strandghettos von Agadir wie wir oft hörten. Die Individualtouristen sind meist Franzosen, sie kommen mehr in den kühlen Frühjahrsmonaten. Im gemütlichen Trag mit zwei Pferdestärken umrundeten wir die Altstadt. Der Kutscher erzählte uns einiges von seine, Kutschbock herab, stoppte zu einem Ausflug in eine nahe Gerberei. Stechende Verwesungs- und Chemikaliengerüche reizten in unseren Nasen, sahen die in schwerer Handarbeit schuftenden Arbeiter und dann wurden wir wie zu erwarten; in die Ausstellungs- und Verkaufsräume geführt. Meterware Teppiche und Schmuck wurde uns angeboten. Die aufdringlichen Händler sind ja berüchtigt. Wir hatten es leicht. Kurz und klar sagten wir, dass wir keinen Platz auf unseren Fahrrädern haben. Als sie hörten, dass wir kein Auto hatten wurden wir nach einer ungestörten Besichtigung freundlich verabschiedet.

Der Square, der große Platz in der Altstadt ist der Anziehungspunkt am Abend: Der Kutscher hatte uns dort in der Nähe ausgeladen. Aus allen Seitenstraßen strömten die Leute herbei und umringten die Gaukler und Straßenmusikanten: Zum Essen wird an lange Tische, mitten auf dem Platz geladen. Wir konnten einem quicklebendigen Mann nicht widerstehen, der uns im perfekten Deutsch einen Platz angeboten hatte. Er war fünf Jahre in Deutschland, sagte er und schon war er wieder weg um andere Kunden zu fischen. Fünf Sprachen spricht er, hat er uns noch zugerufen. Ich schaute und schaute, weniger auf das Essen als auf die Menschen: die markanten Gesichter die Farbenpracht und die Vielfalt der Kleidung, das waren herausfordernde Fotomotive. Aber sie lassen sich nicht gern fotografieren die Marokkaner vor allem die Frauen, die lehnen entschieden ab. Im Lauf der Wochen bin ich noch zu guten, hoffentlich gelungnen Fotos gekommen, mit Takt, Geduld und Einfühlungsvermögen. Zu Fuß wollten wir durch die Altstadt zu unserem Hotel Dass man sich im Labyrinth der Altstadt verirren kann hatten wir schon erfahren, doch ich vertraute auf meinen Stadtplan, der uns aber kläglich im Stich ließ. Dreißig Minuten gingen wir durch die Gassen. Stimmt die Richtung noch. Ein befragter Mann, wies uns in eine andere Richtung Dort gabelten sich die Gassen, also wo hin. Erstaunt hatte uns; dass die vielen kleinen Läden und Reparaturbetriebe nicht auf den Fremdenverkehr ausgerichtet waren Hier leben und wohnen die Menschen die vor fünfzig und hundert Jahren. An die euzeit erinnern die dreisten Moped und Autofahrer, die sich durch dass Gewirr der eilenden Menschen ihre Durchfahrt erzwingen. Dazwischen die Radfahrer, die im Slalomkurs schneller vorankommen wollen. Ich wurde langsam nervös, längst müssten wir doch n einem Tor angekommen sein. Meine Jutta drückte ihre Verunsicherung lautstark aus. Ein hagerer Mann bot uns lächelnd seine Hilfe an. Wir folgten ihm; kamen aber kaum mehr zum schauen, so schnell eilte er vor uns her; Das konnte ein Marathonläufer sein, bemerkte ich. Wir hatten mit dem eilenden Schritt kein Problem, vielmehr verunsicherte uns die Dauer. doch was konnte uns passieren, solange er uns nicht von den strömenden Menschen in eine menschenleere kleine Gasse lotst: Aufmunternd hat er uns immer wieder zugewinkt, wenn er in eine andere enge Gasse einbog. Mit freudiger Genugtuung zeigte er uns nach einer Stunde Fußmarsch auf ein uns vom Vortag bekanntes Tor. Wir haben uns mit Geld bedankt, das hat er verdient und erwartet.

Von hier aus in die Berge bis hinauf auf 2200 Meter, diese Gewalttour wollten wir uns nicht tun; noch hatten wir die Zeitumstellung und den Klimawechsel zu verkraften. Es war ein Gebot der Vernunft; wenigstens ein Teilstück mit dem Bus zu fahren: Meine Jutta setzte sich durch "Wir fahren bis Qurzazate Unsere spärliche Karte zeigte den Weg dahin mit vielen Windungen auf; etwa 200 Kilometer. Nach dreißig Kilometer begann der Berganstieg und uns eröffneten sich grandiose Ausblicke grüne enge Hochtaler, Oliven und Dattelbäume, zur Hangseite, bergwärts steil ansteigend Stein und Geröllhalden. Ich sah Felsbrocken an der Abbruchkante liegen ungesichert. Bei Regen kann da einiges herunterkommen. Ein kurzer Halt vor dem windungsreichen letzten Passanstieg. Meine Jutta las es an meinen Augen ab Nein das müssen wir nicht haben, du kriegst noch genug Pässe zum klettern: Ja; sie hat ja recht. Und doch war es schade; dass wir nicht wenigstens die Abfahrt auf unseren Rädern hinunterrollen konnten. Der Bus kroch zwar auch langsam hoch und bergab, für uns Radfahrer war es dennoch zu schnell. Das Naturerlebnis auf dem Rad ist doch viel tiefergehend. In Quarzazate beginnt die Strasse der Kashbas; dreihundertzwanzig Kilometer bis Er Rachidia; eine Wüstenstrasse am Rand der Sahara. Die Kashbas wurden von Berberuersten erbaut, es sind trutzige Festungen aus mit dicken Lehmmauern. Damit kontrollierten sie die alte Karawanenstrasse. Durch die Wüste: Wir haben viele davon bestaunen können braun in braun, zur verdörrten Landschaft passend Einmal haben wir in einer Kasbh genächtigt, wie in einem Verließ hinter dicker Mauer und kleinem Fenster: Auch die dem Verfall preisgegebenen Kasbahs sind eindrucksvolle Zeugnisse vergangener Epochen. Die Heißluft der Wüste empfing uns in Qurzazate. Die Straßen waren wie ausgestorben. In den weinigen Hotels musste ich das Personal aus dem Nachmittagsschlaf wecken Wir wählten ein bescheidenes Hotelzimmer mit Klimaanlage. Doch die versagte total und schickte uns mehr Heißluft herein Wir schmorten im eigenen Saft und haben schlecht geschlafen, Jutta erklärte ; sie habe überhaupt nicht geschlafen als wir uns zum Aufbruch rüsteten: Jutta kochte Kaffe mit unsrem eigenen Kocher, wie sie das meist tut "Mir geht es nicht gut, habe Steine im Magen, aber hier können wir nicht bleiben" Meine tapfere Frau, ich machte mir Sorgen. Der Hotelboy war zu Stelle, als wir im Morgengrauen aufbrachen, Geld wollte er nicht haben, er staunte uns nur an. die Strasse hinaus war nicht leicht zu finden. Ein Mann wollte uns in die falsche Richtung schicken unser Instinkt verhinderte das.

Dann hatten wir sie vor uns, die Wüste, zunächst ansteigend, dann bretteben, einige dürre stachelige Büschel am Strassenrand nach allen Seiten hinüber bis zur Dunstgrenze nur Wüste:, Steine , Sand in Braun und Schwarztönen; Wenn wir nicht gewusst hätten, dass wir nach 43 Kilometern eine Stadt erreichen, hätten wir umkehren müssen, so menschenabweisend zeigte sich uns die öde Fläche. Ist es nicht extrem, dass es im Tal des Tadelflusses Wasser gibt " Da drüben ist Wasser" rief ich aus und deutete hinüber. Es war keine Fatahmorgana, es war der hier zum See geweitete Todesfluss. Und dennoch völlige Dürre um uns herum. Die Hitze war noch erträglich, als wir Skoura erreichten. Ich war entschlossen, hier eine Unterkunft zu suchen, auch wenn es noch früh am Tag war, denn ich sorgte mich kaum meine Frau. Wenn sie selbst sagt; es gehe ihr nicht gut, dann ist es auch so. Ihr Puls war unter Belastung beängstigend angestiegen, zwanzig Schläge höher als meiner. Ja, ein Hotel gibt es hier, hörten wir. Aber wir haben kein Hinweisschild gesehen. Ein Mopedfahrer kam an, er sei der Hotelbesitzer und der wolle uns vorausfahren. Auf einem Sandweg sollten wir ihm folgen, nur ein Kilometer wäre das. Aber bei diesen Streckenangaben sind wir schon misstrauisch. Unsere Räder versanken schier im Sand und Jutta rief aus "Nein, das machen wir nicht".

Also weiter. Zwei weiterer Flaschen Wasser bunkerten wir noch, denn wir mussten sehr viel trinken in der trockenen Heißluft. Tapfer kämpfte meine Frau öfter mussten wir zum Verschnaufen und trinken anhalten Ein Sendemast auf einer Anhöhe zeigt meist den höchsten Punkt in der Umgebung an. Das sollte also die Passhöhe sein, Einige hundert Dieter waren wir geklettert; als wir keuchend am Sendemast ankamen. Da stand in dieser menschenleeren Gegend eine junge Frau mit einem Kind und von hinten kam ein Mann an. Alle winkten uns einladend zu<. Meine Jutta ist in solchen Situationen immer sehr misstrauisch. Heute bog sie ohne zu zögern ein. Ihr Gesicht glühte, beide waren wir erschöpft und brachten Erholung. Wir schoben unsere Räder durch die Tür und saßen wenig später auf den Teppichen im Kreis der Familie. Er lebt hier beruflich im Auftrag von Maroc Telecom mit seiner Familie. Sieben Kinder erzahlte er stolz, packe Erinnerungsfotos aus, im leidlichen englisch redete er unablässig auf meine Frau ein Ich nahm das eher amüsiert zur Kenntnis, meiner Frau war das gar nicht geheuer. Die junge Frau war die älteste Tochter, die Mutter war offenbar irgendwo zum arbeiten. Links von mir schaute der kleinste Bub selig zu mir herauf als ich ihm über das Quschelhaar streichte und lehnte sein Köpfchen schüchtern an meine Schulter. Wir sollten bleiben zum schlafen, der Hausherr führte uns in die Küche. Einige Blicke meiner Rau reichten aus, " Nein, wir fahren" Der Rückenwind half uns weiter auf den verbleibenden fünfzig Kilometern Es wurde wieder interessanter, wir fuhren in eine Oase hinein, da wächst Schilf am Strassenrand, Gemüsefelder sind bewässert. Die Häuser entlang der Straße machen keinen ärmlichen Eindruck, nur wenig Autos sind zu sehen; das Fahrrad ist das Haupttransportmittel. Im Schatten sitzen die Leute und winken uns zu, warten sie auf den Bus oder haben sie nichts weiter zu tun. Wovon leben diese Leute, fragten wir uns wieder einmal. Es gibt doch kaum Arbeitsplätze in dieser verlassenen Gegend. Es sind die im Ausland arbeitenden Männer die Geld nahchause schicken, davon leben ganz Familienverbände, haben wir später gehört. Die Alten sind in die Familien integriert und müssen nicht darben Es gibt keine Altenheime und keine Renten. Im Verlauf der Reise wurden wir aber einige Male von alten Leuten angebettelt, denen es offenbar nicht gut ging.Und immer wieder nahm uns die einsme Wüstenlandschqft auf. Es tauchten Hügelkuppen auf , da lagen runde eliptische Gebilde obenauf, ie von einer Riesenhand im Jux hingelegt.. Wir sind wieder einmal qngekommen, mussten jedoch noch hochkurbeln zum einzigen Hotel. Das Zimmer war deutlich kühler als am Vortag und am Abend spielte und tanzte eine Folklorengruppe .Um sieben Uhr ind wir losgekommen, viel zu spet Schon bald erreichte uns die Hitze Es war nicht weit zur nächsten Stadt. Du willst weiter, argwöhnte meine Frau als wir zu einer kurznen Rast anhielten ir mussten wieder hoch um uns der Oasenstadt auf die Wüstenebene hochzukommen. Doch jetzt blies uns ein starker Wind an, das kühlte zwar, aber wir mussten kämpfen. Schqffen wir noch 45 dKilometer Nach einer kurzen Rast wollten wir wieder aufsteigen, warteten abezr einen von hinten kommenden LKW ab. Der fuhr nicht vorbei, sondern hielt vor uns an. Zwei männner kamen heraus , einer klappte die hintere Ladeklappe herunter . Der schwere Laster awar bis über die Bordkante hinaus mit Zementsäcken beladen. Da sollen wir hinauf, das geht doch nicht; sagte ich resignierend. Doch die Beiden hievten all unsere Habe hinauf und wir kletterten dawzu.. Ich setzte mich rücklings auf einen Zementsack, hielt die Räder, aber hielt mehr mich selbst an den Rädern fest. Spreizte die Beine zu einem festen Halt ind der kurvenfahrt: War das mehr Abenteür als uf dem Rad . Jutta stand um mich zitternd zwischen den gestapelten Säcken und der Bordwand. Uns donnerte der Wind in den Ohren Es daürte unerträglich lange bis wir ankamen Im Windschatten einesn Hauses hielt das Fahrzeug qn Da erfasste mich plöztlich ein Heisluftschwall, als ob ich an ein offenes Feür gekommen wäre. Die gefüchtete Heißluft der Sahara. Wir landeten in einer Kasba und erlebten eine andere Naturgewalt. Ein Gewitersturm brach heein wie es sicher sehr selten vorkommt. Im heftigen Wind prassezte der Regen nieder. Am nächsten Tag fuhren wir durch Überschwemmungszonen. Die nahe touristisch interessante Gorges de Toda war schon an der Einfahrt von Geröllund Wasser durchzogen Der uns empfohlene Abstecher erübrigte sich also. Er Rachidia sei eine der heissesten Städte Marokkos , war uns gesagt worden, very hot. Haben uns einig Leute gesagt. Von dort ist ein Abstecher zu den attrqktiven Wanderdünen möglich. Wir waren nicht sehr erpicht daruf in dieser Jahreszeit; Zwei Tage hlatten wir uns vorgenommen, Juta fühlte sich wieder besser, ihr Puls war aber immer noch zu hoch, ein Hinweis auf einen Infekt. Wir hatten eine euphorische Phase ind den ersten Stundne, fuhren durch zwei Dorfer wurden gegrüsst und wir winkten und riegfen übermütig zurück. Die kahle Wüste schreckte uns nicht mehr. Dass es da auch menchlishces Leben gibt kann ein Radfahrer leichter entdecken Wir sahen jungen Männer, die auf Mountainbikes hinaus radelten in die Einsamkeit. Auf der anderen Seite trabte ein Esel mit seinem Herrn in die Dürrre. Da muss es irgendwo menschlische Behausungen geben in einer Senke. Mich beeindruckt immer wieder die Entdeckung, unter welch düfrtigen Bedingungen Menschen der Natur ein Dasein abtrotzen. Da sass ein Mann an der Strasse in der Sonne ohne Kopfbedeckung/ Vor sich hatte er einige Melonen und eine Waage aufgebaut. Etwas weiter hinten stand sein Esel mit gesenktem Kopf. Er schnitt uns eine Melone quf und ich gab ihm meine letzten Münzen er nickte zufrieden. Wir schqauten uns um, rundherum war einsame Wüste. Einige Kilometer weiter hatten wir plötzlich Kamele neben uns und eine Herde schwarzer Schafe Da war ,nur ein wenig stacheliges Buschwerk Wir stoppten und ich holte meine Kamera heraus; Ich stand einem jungen Mann gegenüber , etwas weiter hatte Jutta bei einer verhüllten Frau angehalten. Martialisch gekleidet war der Wanderhirte, der effektvoll gewundene Turban betonte die auf mich wirkende eindruckvolle Erscheinung, er hatte ruhige abezr durchdringende Augen. Zögernd war er qauf mich zugegeangen und hielt die Hand auf und wiederholte oft ein Wort. Ich hatte aber nur noch grossse Geldscheine Jutta hatte einen Apfel und eine Orange herausgeklaubt. Mit einem ungutem Gefühl fuhren wir los. Angst hatten ir keine, wir wollten den beiden eigentllich mehr geben. Nach 76 Kilometer erreichten wir Goulmima, ein kleines Stadtschen. In einer bescheidenen Herbege in der Hize schmoren oder weiter in der Hoffnung qauf ein gekuheltes Zimmer in Errachidia.,Meine Jutta gab wieder das Zeichen zur Weiterfahrt. Doch wir hatten eine sehr harte Phasz gewählt. Unbarmherzig brannte uns die Sonne an, of mussten wir vom Rad, wird das Wassser ausreichen, imme"r wieder mussten wir trinken der Mund klebte. Jutta klagte nicht, aber sie stöhnte "Ich kann nicht mehr" Halt an da vorn am Baum. Ein erster schattenspendender Baum nach 300 Kilometer. Wir setzten uns zur Rast nieder., schauten voraus auf den nächsten, zwar kurzen, aber brutalen Berganstieg. Es waren nur noch zwanzig Kilometer als mich wieder ein heisser Luftschwall traf: Was hqben wir risikiert. Es bliebe noch die Hoffung auf ein anhaltendes Auto. Wir kamen an ohne Autohilfe, 136 Kilometer isnd es geworden. Das uns empfohlene neue Hotel bot uns kein klimatisiertes Zimmmer. Es war unerträglich heiss. Doch wir mussten einen Ruhetag einlezgen nach diesen Strapazen. Der Hotelinhaber war ja rührend freundlich, die Hitze konnte er aber nicht lindern. Am Abend erwacht das Leben in der Stadt Wir sassen an der Strasse zum Essen und beobachteten die Menschen. Wir hatten den Eindruck, dass alle ihr Festtagsgewand zum Abendbummel angelegt hatten: Fasciniezrend war die Farbenpracht ihrer Kleider . Es sind ie untrschieldichen Trachten der Berberstämme. Auch die Frauen schlenderten in bunter Tracht, mit und ohne Kopfbedeckeung, einige altere Frauen waren um den Mund verschleiert.

Der nächste Abschnitt soltte uns mit einem Schwenk nach Norden aus der Wüste herausführen, hinauf ins Atlasgebirge. Schon am ersten Pass mussten wir oft vom Rad. Ich tröstete uns, wir haben viel Zeit. Wir fuhren dann in ein Flusstal hinunter zu denOasen der Gorge du Ziz An einer Brückelehnte ein Mann, wir sahen e ihm an, dieser Mann hat nichts anderes vor, als hier zu stehen. Er ließ sich gern fotografieren und lud uns zu sich nachhause ein. Einladungen haben wir einige bekommen in diesen Tagen. Vor einem impoksanten grossen Gehöft winkte uns eine Frau heran. Neugierig wie ich bin , wollte ich schon mal da hineienschcauen.. Doch Jutta trieb an; die Hitze trieb uns n. Im Berdorf Rich ging es lebhaft zu , die ganze Nacht hörten wir Stimmengewirr durch das offene Fenster unserer mit sechs Euro biligsten Unterkunft. Der erste grosse Pass mit 1900 Meter erwartete uns. Meiner Jutta ging es wieder besser, über kahle Höhen krohen wir hoch und drüben weieder hinab in eine Hochebene auf 1400 Meter Das Stadtchen Midelt kreuzen wir in unserem Erinnerungskalender gross an. An einem Berhang leuchtete das Schild Hotel Bougafer.. Der Hotel und Restaurantbesitzer entpuppte sich als ausserortenllich aktiver Mann. Im Retaurant hatte er viele Gäste, ein gutes Zeichen. Seine Frau kochte für uns So ein gutes Couscous werden wir vielleicht nier wieder essen, bemerkte ich. Spater haben wir uns noch einige Male daran erinnert. Midelt ist ein Zentrum für Mineralienabbau Und unser Hotelbesitzer ist ein Experte, er hat auch eine wertvolle eigene Sammlung. Er Zeigte uns einen Bildband in deutscher Sprache. Er freute sich, dqss swir seine Gäste waren Wir werden ihenwiedersehen in München. In Halle drei dEr Messe unterhält er einen Verkaufsstnd n den Mineralientagen. Die Strasse nach Azrou ist gut ausgebaut, sie führt durch die Berge und es ist eine schöne Stadt zum Ausruhen; ermunterte er uns. Es wurde wierdum eine der hätesten Etappen für us über 123 km und 1340 Hohenmetern: Die Landschaft war grandios. Doch wir mussten hoch auf 2178 Meter

Vor uns bauten sich breite Bergrükcen auf, das war abezr noch nicht der Pass, Die Strasse führte hindurch; Eine Sperrschranke füzr den Winter kündigte den Pass an Wir hatten Fels zu beiden Seiten dann wieder grüne Oasen je weiter wir hochkamen. Wohltuend war der kühlende Wind Die kahlen Hügel waren verschwunden und wir kletterten lins Grüne. Unter einer mächtigen Zeder ; machtenwir Rast, unglauglich der Wald hier in der Höhe. Doch wir mussten weiter, kein Meter wurde uns geschenkt.. Endlich war das Schild zu sehen, 2178 Meter. Nur mässig fuhren wir in eine Hochtal, hier grasten Rinder und Schafe , fdazwischen die schwarwzen Jurten der nomadisierenden Bergbauern. In den Senken hatten sie Wasser und Weideland im sommer . Etwas weiter teilten wir mit eineem >Hirtenbuben unser Wasser. Als ich noch mal mit der Kamera auf ihn zuging, hielt er ie Wasserflasche umklammert aus Angst , ich könnte sie ihm wieder wegnehemen.. Bald müssten wir da sein;, doch das war ein Irrtum Immer neür Passanstiege bauten sich vor uns auf und der Wind blies uns heftig ins Gesicht. Beide mussten wir wieder mal unsere ganze Zahigkeit einsetzen, um da hinauf zukommen. Noch Zwölf Kilometer, das gibrts doch nicht. Dannn trauten wir unseren Augen nicht ;, denn vor uns hatten wir einen Waldteinen richtig dichten Wald auf dieser Höhe; Zedern, Pinien? Wacholder fichten. Jutta hatte ienen Affen gesehen: Dann erst roltten wir hinunter, zehn Kilometer durch den dichten Wald nach Azrou. Die Stadt liegt am Hang, wir kamen gut unter und gönnten uns zwei Ruhetage.

Morgen wollen wir weiter, es ist nicht mehr weit hinauf zur Küste, fünf Radtage: Was wird uns in Spanien erwarten. Herzliche Grüße in die heiße Heimat aus dem heißen Marokko

Jutta und Gerhard