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Gerhard


Zum Leistungssport hat mich mein Sohn gebracht.

      Er war in der Schule als talentierter Läufer entdeckt worden. Da hat er mich als Trainingspartner angeworben. Ich war 43 Jahre alt. Etwas sportlich war ich vorher schon auch beim Wandern, Radeln und Skilaufen mit Frau und Kindern. Dann bin ich auch noch einige Jahre mit meinem Sohn im Kajak auf Wildwassern gefahren. Das waren zum Teil recht abenteuerliche Unternehmungen. Aber mit dem nun regelmäßigen Ausdauer-Training vollzog sich ein Wandel. War ich vorher gesundheitlich labil mit andauernden Beschwerden bis zum Magengeschwür, so stabilisierte sich meine Gesundheit schon nach Monaten. Fortan schöpfte ich viel Kraft aus dem Laufsport. Ich gewann nicht nur körperliche Robustheit, sondern auch eine Stärkung der Psyche als wichtige Voraussetzung für die Bewältigung der stärker werdenden beruflichen Belastung. Wie ich es schaffte, neben Beruf und Familie auch noch viele Wettkämpfe zu bestreiten, ist mir heute rätselhaft.
      In den Sport brachte ich natürlich auch meinen hohen Ehrgeiz ein. Da wollte ich mich nicht mit den üblichen Volksläufen begnügen. So sind es 52 Marathons geworden. Zehnmal bin ich den berühmten 100-Kilometer-Lauf in Biel gelaufen, davon neunmal unter der magischen Grenze von zehn Stunden, 1000-Kilometer-Deutschland-Lauf in 20 Tagen, ungezählte Bergläufe mit Höhenunterschieden von 1000 Metern und mehr, meine Spezialität. Auch im Skilanglauf, der liebsten Sportart für meine zweite Frau und mich, habe ich alles ausgeschöpft, die großen Volksläufe und die Seniorenmeisterschaften in beiden Techniken, viele Titelgewinne bei nationalen und internationalen Meisterschaften. Vor einigen Wochen haben meine Frau und ich den Vasa-Lauf über 90 Kilometer mit gutem Erfolg bewältigt. Es war ein großartiges Erlebnis, und ich brachte von den Senioren-Weltmeisterschaften in Kiruna in Nordschweden eine Silbermedaille nach Hause.
      Als ich meine zweite Frau im Herbst 1991 im Läuferhotel Ehrenbach bei Kitzbühel kennen lernte, begann ein neuer Lebensabschnitt –ein sehr bewegter. Für mich konnten sich Träume erfüllen. Mehrere Jahre vorher hatte ich mich von meiner ersten Frau im guten Einvernehmen auf ihren eigenen Wunsch getrennt. Ich war ihr mit meinen Aktivitäten zu anstrengend geworden.

Es war eine Traumhochzeit,

als wir uns in einer kleinen Kapelle auf Bergeshöhen inmitten üppig blühender Bergwiesen, dort, wo wir uns einige Jahre vorher erstmals begegnet waren, das Jawort gaben. Mich hatte die große Liebe erfasst, von der ich als Jüngling geträumt hatte. Fast alles machen wir gemeinsam, meine Jutta und ich. Nicht nur Sport, wir genießen und beschäftigen uns in unserem Zuhause am Starnberger See, erfreuen uns am Garten und interessieren uns auch für Kultur. Nicht immer sind wir ja auf Reisen. Training und Wettkämpfe sowie unsere langen Erlebnisreisen, die uns bisher schon in alle Kontinente geführt haben.
      Meine Frau gab den Anstoß für unsere große Radreise quer durch die USA über 9000 Kilometer vor zwei Jahren und schließlich auch für den Triathlonsport, an den ich mich mit 69 Jahren noch wagte. Dass ich im Vorjahr auf Anhieb den Ironman mit seinen unvorstellbaren langen Distanzen zweimal bewältigten konnte und mich als Finisher beim Ironman Hawaii der legendäre Mythos in seinen Bann schlug, davon hatte ich nicht zu träumen gewagt. Schon gar nicht hatte ich mit dem dadurch ausgelösten Medienecho und den Ehrungen gerechnet. Viel von diesen tief gehenden Erfolgserlebnissen habe ich meiner Frau zu verdanken.
      Einig sind wir uns auch bei der Pflege unserer Beziehungen und Freundschaften in „unseren persönlichen Partnerstädten" im Ural. Entgegen unseren sonstigen Gepflogenheiten, neue Reiseziele zu suchen, besuchen wir diese beiden Städte Novouralsk und Slatoust seit neun Jahren – weil wir stets aufs Neue stark beeindruckt werden von den vielfach uneigennützig herzlichen Zuneigungen unserer inzwischen vielen Bekannten und echten Freunden. Wenn wir auch mit einigen anderen deutschen Freunden im humanitären Bereich etwas tun und Besuchsreisen herüber ermöglichen oder vermitteln, zum Beispiel einen Schüleraustausch, dann kommt als Lohn sehr viel Dankbarkeit zurück.

Gerhard Krauss






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